Die von Diana Hofman organisierte Städtefahrt hatte großes Interesse geweckt. Über 50 Teilnehmer hatten sich am Bahnhof in Eupen eingefunden. Bei guten Wetterbedingungen konnten der historische Teil von Gent mit seinen großen Kirchen betrachtet werden. Nachstehenden Text zum Genter Altar hat Diana zur Ergänzung herausgesucht.

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Altar 2

 

 

Jan van Eyck und das Geheimnis des Lamm Gottes
(Der Genter Altar)

Zentralmotiv dieses Altars ist die Anbetung des Lamm Gottes. Dieses Altarbild gehört neben dem Turiner Grabtuch, der Bundeslade und dem heiligen Gral wohl zu den großen Geheimnissen in der Geschichte des Christentums. Die naturalistisch anmutende Malerei, die Brillanz des Ausdrucks, die geniale Komposition und Maltechnik und versteckte Symbolik waren ein Meilenstein in der Kunst des Abendlandes. Die Urheberschaft des Altarbildes ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich hat ein gewisser Hubert van Eyck das Altarbild begonnen. Man nimmt an, dass es sich dabei um den Bruder Jan van Eycks handelt und dass Jan van Eyck das Werk vollendet hat, so dass es oftmals ausschließlich ihm zugerechnet wird. Stilabweichungen legen nach Meinung einiger Kunstexperten das Gemeinschaftswerk der Gebrüder van Eyck nahe.

Am 6. Mai 1432 wurde der Altar vermutlich in der Kapelle des Stifters Jodocus Vijd in der Kirche St. Johannes (St. Jan, später St. Bavo) geweiht. Erwähnt wurde der Altar erstmals 1517 in Reisebeschreibung eines Begleiters des Kardinals Luigi d'Aragona als "das schönste Werk der Malerei der Christenheit' erwähnt. Vier Jahre später bezeichnete Albrecht Dürer den Altar als ein "überköstlich, hochverständig Gemäl". Während der des Bildersturms wurde der Altar zwischen 1566 und 1586 zuerst im Kirchturm, dann im Rathaus versteckt. 1781 wurden die Tafeln mit den unbekleideten Adam und Eva auf Befehl Kaiser Joseph II durch zwei bekleidete Fassungen ersetzt. 1794 wurden vier Mitteltafeln von französischen Republikanern nach Paris verschleppt. Die Flügeltafeln ohne Adam und Eva wurden 1821 nach Berlin verkauft. 1861 tauchten die Tafeln mit Adam und Eva wieder auf und wurden vom Brüsseler Museum für alte Kunst erworben. 1920 wurden die Berliner Mitteltafeln aufgrund des Versailler Vertrages wieder zurückgegeben.

Lamm Gottes, ein Meisterwerk abendländischer Malerei
Die Komposition des zentralen Altarbildes gleicht in ihrer geometrischen Anordnung einem geschliffenen Diamanten. Ausgehend von der Sonne und den Sonnenstrahlen über die links und rechts des achteckigen Brunnens knienden und stehenden Figuren lässt sich eine Raute anlegen. Zentralpunkt ist der Altar mit dem auf ihm stehenden Lamm, dessen Blut in einen Kelch, Symbol für den heiligen Gral, rinnt. Horizontalen und Diagonalen ergeben sich aus der Anordnung der zum Altar Eilenden, darunter Propheten und Apostel, die heilige Ursula und ihr Gefolge, Reiter und kirchliche Würdenträger. Und ist unter ihnen nicht auch Jan van Eyck selbst, der Mann mit dem Turban, vielleicht aber auch sein Bruder, der Mann mit der Pelzkappe in der Nähe des turbangeschmückten Mannes, zu erblicken? Kunstgelehrte streiten sich trefflich darüber.

Lebensdaten Jan van Eyck
um 1390 vermutlich in Maaseik geboren
1422-24 im Dienste Johanns III, Graf von Holland
1425-29 als Hofmaler in Diensten Philipps des Guten, Herzog von Burgund
1430 Hof- und Stadtmaler in Brügge
1432 erstes signiertes Gemälde Jan van Eycks: "Timotheos" (National Gallery, London)
1433 "Der Mann mit dem Turban" (vermutlich Selbstporträt; National Gallery, London)
1434 "Hochzeit des Giovanni Arnolfini und der Giovanna Cenami" (National Gallery, London)
um 1435 "Die Madonna des Kanzlers Nikolaes Rolin" (Louvre, Paris)
1436 "Madonna des Kanonikus Georg van der Paele" (Groeningemuseum, Brügge)
1437 "Das Dresdner Triptychon" (Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden)
1439 Maria am Lebensbrunnen" (Königliches Museum für schöne Künste, Antwerpen)
1441 Tod und Beisetzung in der heute nicht mehr vorhandenen St. Donatian-Kirche in Brügqe

Ein Meister seiner Zeit voraus Würde man in einem Ritt durch die Kunstgeschichte formale Vergleiche über Bildwerke unterschiedlicher Epochen mit dem Genter Altar anstellen, man wäre überrascht: Ähnelt nicht der wohlgeformte Kopf von Jodocus Vijd dem so genannten "Grünen Kopf' eines Priesters aus dem 1. Jh. v. Chr., der sich im Ägyptischen Museum in Berlin befindet? Es scheint, als gleiche die polierte Nacktheit der Eva, dargestellt auf der rechten oberen Bildtafel des Altars, der Gestalt eines ägyptischen Prinzen aus dem 14. vorchristlichen Jahrhundert, den man im Pariser Louvre bewundern kann. Was Manet und van Gogh mit lebendigem Pinselstrich Jahrhunderte später auf die Leinwand bannten, nahm van Eyck schon ein wenig vorweg. Nur als Tupfer sind bei ihm die Blüten angedeutet und mit einem Stöckchen zog er Grashalme in die noch feuchte Farbe. Der Glanz, durch den die Früchte in den Stillleben Cézannes so faszinieren, taucht bei van Eyck in der Darstellung der Juwelen auf Ein weißer Strich auf den blauen Edelsteinen lässt uns das Funkeln der Edelsteine spüren, weiche die burgundischen Gewänder der singenden Engel schmücken. Ein Engel trägt eine Mantelbrosche mit einem blauen, rechteckigen Edelstein. In ihn hat van Eyck die Spiegelung des gotischen Glasfensters in die feuchte Farbe geritzt. Schaut man auf die Gesichter der Engel, so sieht man einen individuellen Gesichtsausdruck, erkennt aus der Mimik, welche Tonlage sie singen und ob es unter Anstrengung geschieht. Van Eycks paradiesische Landschaft gleicht einem botanischen Lexikon. Naturliebhaber können Palmen, Lobelien, Pinien, Mohn, Lilien, Basilikum und eine Fülle anderer Pflanzen unterschiedlicher Regionen erkennen.

Das geschlossene Retabel, die Werktagsseite, umfasst zwölf Tafeln, die in drei Reihen angeordnet und überwiegend in Ocker und Braun gehalten sind. Gegenüber dieser eher schlichten Altarmalerei offenbart das geöffnete Retabel eine schwelgerische Farbigkeit. Man entdeckt prächtige Brokatgewänder aus purpurroter, grüner und brauner Seide von Gold- und Silberfäden durchbrochen glänzende Edelsteine, aber auch funkelndes Gold.

Und über allem thront Gottvater als Weltenrichter mit der Tiara auf dem Haupt und der Königskrone zu Füßen. Sicherlich offenbart der EtagenAufbau in der Auswahl der Bildmotive einen biblischen Kontext: Verkündigungsszene, Vertreibung aus dem Paradies, das himmlische Gloria und das mystische Lamm als Sinnbild der Kirche. Doch auf den zweiten Blick erkennt man kirchliche Würdenträger, die sich vom Lamm Gottes abwenden. Ist das Absicht? Wenn ja, wie ist diese Bildsprache zu deuten? In den vier Reitern meinen Kunsthistoriker Philipp den Kühnen, Ludwig von Male, Johann Ohnefurcht und Philipp den Guten zu erkennen, also Grafen von Flandern. Doch warum wurden gerade diese Adligen von Jan van Eyck verewigt? Schließlich sind auch die Ritter Christi, die Tempelritter, auszumachen, Angehörige eines mächtigen und reichen Ordens, der von Papst Clemens V. und dem französischen König Philipp dem Schönen 1307 verboten worden war. Beweist van Eyck durch seine Darstellung Sympathie mit diesem Orden?

Diese eher verborgene Bildsprache war es auch, welche die SS mit der Abteilung "Ahnenerbe" auf den Plan brachte. Sie war besonders am Genter Altar interessiert, glaubte sie doch in ihm einen Schlüssel zum heiligen Gral zu finden. Zudem verstand sie sich als Erbe der Tempier und der Deutschritter. Hitler selbst liebte die Pose des Ritters und Wächters des heiligen Grals, und so ließ er sich denn auch als Ritter im Harnisch porträtieren. Kein Wunder also, dass nach dem Oberfall der Wehrmacht auf Belgien der direkte Vormarsch gen Frankreich teilweise unterbrochen wurde, um einen Umweg über Gent zu nehmen. Doch die Nazis kamen zu spät: Der Genter Altar war 1940 bereits auf dem Weg in den Vatikan. Dieses Unterfangen scheiterte am Kriegseintritt Italiens, so dass man das gotische Meisterwerk in den Südwesten Frankreichs transportierte. Es wird berichtet, dass die Nazis 7 000 französische Kriegsgefangene gegen den Altar eintauschen wollten und 1942 ein Oberstleutnant nach Gent abkommandiert wurde, damit er die Suche nach der verschwundenen Tafel der "Gerechten Richter" aufnahm - vergebens, wie wir heute wissen.

Der Raub des Genter Altars - Meisterdiebe am Werk
Im Land Kommissar Maigrets ereignete sich vor Jahrzehnten der bisher wohl dreisteste Diebstahl in der Geschichte des Kunstraubs. In der Nacht vom 10. zum 11. April 1934 geschah es: Unter den Augen eines kleinen Ganoven - der unterwegs war, um seinen "eigenen Geschäften" nachzugehen, und dabei einen Lichtschein in der seit 19 Uhr geschlossenen Kathedrale erblickte, spielte sich der Raub zweier Tafeln des berühmten Genter Altars ab. Nachdem der Stadtganove sich der Kathedrale genähert hatte, sah er zwei Männer aus der Kirche kommen. Sie versuchten mit viel Aufwand, zwei Holztafeln in ihrem Chevrolet zu verstauen, der in der Kapitelstraat geparkt worden war. Neugierig ging der unerwünschte Augenzeuge auf die Männer zu. Um ihn schnellstens loszuwerden, gaben sie ihm einen Geldbetrag, der ihn zum Verschwinden bewegte und zur Verschwiegenheit verpflichtete. Dass es sich bei den Holztafeln um Teile des Genter Altars handelte, wusste unser Gelegenheitsdieb zu jenem Zeitpunkt nicht. Und auch wir wissen von diesem Diebstahl nur dank einer Beichte auf dem Sterbebett. Kurz vor seinem Tod gestand der aus Wetteren nahe Gent gebürtige Finanzmakler Arsäne Goedertier seine Beteiligung am Diebstahl der Bildtafeln des Genter Altars, allerdings ohne genau zu verraten, wo sich die bis dahin unauffindbare Bildtafel der "Gerechten Richter" befindet. Nicht nur HobbyMaigrets, sondern auch der ehemalige Genter Polizeikommissar Karel Mortier bemühen sich seither um Aufklärung des Falls.

Doch wie trug sich dieser Diebstahl der Bildtafeln genau zu? Goedertier, ein rastloser Zeitgeist, der die Landung auf dem Mond voraussagte und Flugzeuge entwarf, konnte die Tafeln nicht alleine entwendet haben, wenn er denn überhaupt der Täter und nicht nur ein unfreiwilliger Mitwisser des Diebstahls war. Die Größe der Tafeln und die Schwierigkeit, sie aus dem Gesamtaltarbild zu lösen, erforderten wohl Helfershelfer. Außerdem mussten die Täter profunde Kenntnis von diesem Altarbild besessen und gewusst haben, dass nur zwei Tafeln lose in einen Rahmen gesteckt waren, so dass man sie ohne Beschädigung herausnehmen konnte. Im Laufe der nachlässig geführten Untersuchung des Falls fand man alsbald zwei Mitbeschuldigte Goedertiers. Angeblich ließen sich die drei Täter in der Kathedrale einschließen, um die Tat zu begehen: Einbruchsspuren fand man an der Kathedrale nicht, Ausbruchsspuren wohl. Während Goedertier auf dem Sterbebett über den Aufbewahrungsort der Tafel der "Gerechten Richter" orakelte. "Sie ist für jedermann sichtbar, aber nur der Bischof kann sie an sich nehmen", schwiegen die beiden Mitbeschuldigten, deren plötzliches Ableben bis heute unerklärlich blieb. Statt das Ableben der drei tatsächlichen oder vermeintlichen Diebe polizeilich untersuchen zu lassen, befassten sich vier der höchsten Richter des Landes mit dem Fall, jedoch ohne Ergebnis. Im Zusammenhang mit diesem Diebstahl bot der damalige Justizminister dem König gar seinen Rücktritt an. Zufall oder Teil eines Komplotts? Und wenn es denn ein "von oben" geplanter Coup war, wie Befragungen naher Angehöriger der Verdächtigten nahe legen, welches Ziel wurde damit verfolgt? Ein Roman als Vorlage? Erinnert wird man bei diesem Diebstahl an die Romanfigur Arsène Lupin. Ein Meisterdieb trieb in der Fantasie von Maurice Leblanc ("Le monde d'Arsène Lupin") sein Unwesen. Sollte also der dreiste Genter Kunstraub gar nur die Nachstellung einer Romanhandlung sein? Und wenn ja: Zu welchem Zweck?

Während die Tafel mit Johannes dem Täufer bald wieder in den Besitz der Kathedrale gelangte, ohne dass die Kirche auf die Forderungen aus 14 Erpresserbriefen eingegangen war, blieb die Suche nach den "Gerechten Richtern" bisher erfolglos. Wer die Taufkapelle besucht, um die "Anbetung des Lamm Gottes" zu sehen, erblickt nur eine 1943/44 angefertigte Kopie dieser unauffindbaren Bildtafel. Dass sie anfertigt werden konnte, ist u.a. der "Kapelle des Jodocus Vijd" (1829, Rijksmuseum Amsterdam), einem Gemälde von Pierre Francois de Noter, zu verdanken. Auf diesem Gemälde ist außerdem zu erkennen, dass ursprünglich eine gotische Steinarchitektur das Altarbild wie ein Baldachin überkrönt. Auch diese Bekrönung ist nicht mehr vorhanden.

Die Suche nach den "Gerechten Richtern" hat bis heute kein Ende gefunden. Das Wohnhaus Goedertiers nahe der St.Gertrud-Kirche in Wettern wurde auf den Kopf gestellt. Man ließ Wünschelrutengänger nach der Tafel suchen und trug 1990 gar eine Brücke ab, weil man in ihr die Bildtafel vermutete. Sechs Jahre zuvor war das Kriegsdenkmal in Melle zerlegt worden, aber auch hier keine Spur von den "Gerechten Richtern". Unermüdlich ist nach wie vor der ExPolizeichef Mortier: Er meint, dass man den Fußboden unter der Orgel abtragen müsse. Oder liegt das Versteck gar in der Krypta? Und zu alledem schweigt der Bischof beharrlich. Der Genter Altar, auch als Anbetung des Lamm Gottes" bekannt, befindet sich seit 1986 diebstahlgesichert in der Taufkapelle der St. Bavo-Kathedrale (SintBaafskathedraal), eines prächtigen gotischen Kirchenbaus mit romanischer Krypta, der 1500 Taufkirche Kaiser Karls V. war. Ursprünglich stand der Altar in der Vijdt-Kapelle, ehe der Ansturm der Besucher und ein größeres Sicherheitsbedürfnis den Umzug an den heutigen Standort erzwang.
Quelle: Belgisches Fremdenverkehrsamt

10.04.2009
Bis heute fehlt dem Genter Altar eine Tafel
75 Jahre Schatzsuche
Der Genter Altar ist der Stolz der Sint-Baafs-Kathedrale. Ein Meisterwerk, das in diesem Jahr wieder verstärkt ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken könnte. Denn was die Besucher in einem Seitentrakt der Kathedrale erwartet, ist nur zum Teil das Original der Gebrüder van Eyck aus dem Jahr 1432. Eine der 26 Tafeln, die "Gerechten Richter", ist eine Kopie. Die echte Tafel wurde vor 75 Jahren, in der Nacht vom 10. auf den 11. April 1934, gestohlen.
Den Dieben ging es um Lösegeld: eine Million Belgische Francs - viel Geld damals. Gezahlt wurde nicht, und die Tafel blieb bis heute verschwunden. Aufgegeben haben die Genter die Suche nach ihr nie. "Wir bekommen immer noch Mails, Briefe oder Anrufe mit Hinweisen oder Vermutungen zum Fundort", erzählt der Rektor der Kirche, Ludo Collin. "Wir leiten das dann alles an die Polizei weiter, und dort wird geprüft, ob die Hinweise ernst gemeint sind." An der Suche beteiligen sich nicht nur die Genter; viele Briefe kommen sogar aus dem Ausland. Einige Leute beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der Tafel: "Die schreiben sogar an den Ministerpräsidenten", so Collin..
Der Altar war schon im Louvre Dabei gleicht es eigentlich einem Wunder, dass die Kathedrale inzwischen wieder im Besitz der restlichen Tafeln ist. Der Flügelaltar, der die "Die Anbetung des Lammes" zeigt, war eine Auftragsarbeit reicher Genter, die sich in der Kathedrale eine eigene Kapelle inklusive Familienwappen im Chorumgang gönnten. Der unschätzbare Wert des Genter Altars stand von Anfang an fest. So war er auch das einzige Gemälde der Kathedrale, das vor dem Bildersturm der Protestanten 1566 in Sicherheit gebracht werden konnte. Später wurden die Tafeln mit Adam und Eva durch bekleidete Varianten ersetzt - die heute übrigens noch in der Kathedrale zu besichtigen sind -, Teile des Altars von den Franzosen erbeutet und einige Tafeln nach Preußen verkauft. Im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten deutsche Truppen das Kunstwerk. Erst 1946 kam der Altar endlich in seine Heimatstadt zurück. Und da soll er nach dem Willen des Rektors auch bleiben. "Der Altar war zwar schon im Louvre - aber er wurde für Gent gemacht." "Die Reiseleiter haben ständig die Flügel auf- und zugeklappt"Bis 1986 hing der Genter Altar in der Seitenkapelle seiner Stifter - völlig ungeschützt. "Die Reiseleiter haben ständig die Flügel auf- und zugeklappt", erinnert sich Collin. Das geht inzwischen nur noch mit einer Farbkopie in Lebensgröße. Das Original ist für drei Euro in einem Panzerglastresor zu besichtigen: sicher vor Diebstahl und Deckeneinsturz sowie vollständig klimatisiert. Die Touristen zahlen bereitwillig. Rund 250.000 kommen jedes Jahr - trotz fehlender Tafel. Wenige Monate nach seinem Diebstahl bekannte sich 1934 ein Belgier namens Arsene Godertier auf dem Sterbebett zu der Tat. Den Fundort verriet er nicht, nur: Er habe die Tafel an einem Ort versteckt, von dem er sie nicht ungesehen entfernen könne. Ein Grund, warum viele die Tafel in der Kathedrale selbst vermuten - im Glockenturm oder in einem der Gräber. Doch nicht einmal der Einsatz von Wünschelrutengängern brachte bisher Erfolg. Collin bleibt eher skeptisch: "Die Sarkophage sind zu schwer, um sie einfach zu öffnen. Außerdem: Wenn ich etwas in einer Kathedrale stehlen würde, würde ich damit ganz weit weglaufen." So darf also weiter spekuliert werden. Die Tageszeitung "De Standaard" gab ihren Lesern zu Jahresbeginn gleich acht Tipps für eine erfolgreiche Schatzsuche. Der einfachste: den Altar besichtigen. Denn eine Theorie besagt, dass alles nur eine große Verschwörung war - und die Original-Tafel schon längst wieder an ihrem Ursprungsplatz hängt.

Martina Gnad

 

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