Schon eine Woche nach der Jahresfahrt nach Gent hieß es für 29 Wanderfreunde die Koffer packen, um eine erlebnisreiche Woche im Weserbergland zu verbringen. Mit vier Wanderungen und zwei „Kulturtagen“ hatten Hubert und Elfriede Baumsteiger ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet.

Im idyllischen Rinteln wurde Quartier bezogen. Die Gruppe war ausgezeichnet untergebracht im Hotel Stadt Kassel mitten in der Fußgängerzone. Ein üppiges Frühstücksbuffet und eine vorzügliche Küche mit Vier-Gänge-Menus am Abend ließen auch kulinarisch keine Wünsche offen. Ein Bus der Fa. Elka mit unserem freundlichen Fahrer Andreas stand während der ganzen Woche zur Verfügung.
Kaum in Rinteln angekommen, ging es zum „Einwandern“ hinauf zum Luhdener Klippenturm, dem Wahrzeichen der historischen Fachwerkstadt.

Am nächsten Tag führte eine anspruchsvolle Tour durch das Wesergebirge. Über den „Weserberglandweg“ ging es von Rinteln nach Porta Westfalica. Hier bildet das Durchbruchstal der Weser die Grenze zwischen Weser- und Wiehengebirge. Die gleichnamige Stadt entstand erst 1974 durch den Zusammenschluss mehrerer Gemeinden.

Am Ziel angekommen, grüßte vom östlichen Ende des Wiehengebirges das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, dem dann zum Auftakt einer Wanderung auf dem „Wittekindsweg“ auch ein ausführlicher Besuch abgestattet wurde. Unter der imposanten und von weither sichtbaren, 88 Meter hohen Kuppel steht ein Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. Das Denkmal wurde 1892 bis 1896 errichtet, um in der Person des Kaisers die nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg beginnende Einigung des Deutschen Reichs zu feiern. Hier begann die abwechslungsreiche Strecke über den Kamm des Wiehengebirges auf den Spuren des Sachsenherzogs. Eine Bananepause wurde am „Moltketurm“ auf dem höchsten Punkt des Wittekindsbergs eingelegt, einem 1828/29 errichteten Aussichts- und Signalturm, der 1906 den Namen des Generalfeldmarschalls erhielt.
Im Areal der früheren Wittekindsburg, deren Anfänge ins 3.bzw. 2. Jahrhundert vor Christus zurückreichen, wurde 1996/97 ein Kirchenbau in Form eines griechischen Kreuzes freigelegt, dessen Entstehung ins 10. Jahrhundert datiert wird. Um den quadratischen Zentralraum gruppieren sich vier weitere, gleich große Räume. Es wurden die Überreste von fünf Gräbern gefunden. Um die Ausgrabungen zu schützen, wurde 2003 aus Spendengeldern ein gläserner Schutzbau errichtet.

Bei einer weiteren Wanderung durch den Schaumburger Wald hatte die Gruppe zwar mit den Auswirkungen des Tiefs „Sebastian“ zu kämpfen, konnte aber auch einige Besonderheiten am Wegesrand besichtigen. Die Mittagpause wurde am 1760/61 erbauten ehemaligen Jagdschloß Baum des Fürsten Wilhelm zu Schaumburg-Lippe eingelegt. In der Nähe befindet sich sein Mausoleum in Form einer Pyramide. Mitten im Wald liegt auch das Mausoleum der Fürstin Juliane zu Schaumburg-Lippe, die im 18. Jahrhundert nach dem Tod ihres Mannes wegen ihrer für damalige Zeit fortschrittlichen Regentschaft zwar beim Volk beliebt war, wegen ihres auch privat unkonventionellen Lebenswandels jedoch nicht im Familiengrab bestattet werden durfte.

Der erste Kulturtag war der ehemaligen Residenzstadt Bückeburg gewidmet. Zu den Sehenswürdigkeiten des historischen Stadtkerns gehören das von einem Landschaftspark im englischen Stil umgebene Bückeburger Schloss aus dem 14. Jahrhundert, das sich im Besitz der Fürstenfamilie Schaumburg-Lippe befindet, sowie die über 400 Jahre alte Stadtkirche. Besonderen Eindruck hinterließ das Fürstliche Mausoleum, das der letzte regierende Fürst 1911 – 1916 errichten ließ. Das gewaltige Gebäude mit einer prachtvollen Innenausstattung ist das größte private Mausoleum der Welt.

Sonnenschein begleitete die Gruppe beim zweiten Kulturtag in Minden. Eine Schifffahrt führte über das Wasserstraßenkreuz Weser/Mittellandkanal. Der Kanal wird hier als Brücke über den Fluss geführt, durch Schleusen werden die Höhenunterschiede überwunden. Eine Besonderheit an diesem Weserabschnitt waren ab dem 14. Jahrhundert die Korn mahlenden Schiffmühlen, die mitten im Fluss verankert waren. Die betriebsfähige Rekonstruktion einer Mühle aus dem 18. Jahrhundert liegt jetzt in Minden vor Anker. Eine Stadtführung rundete das Programm in Minden ab.

Auf der Rückfahrt wurde noch dem Weltkulturerbe Corvey in Höxter ein Besuch abgestattet, Die imposante Anlage beeindruckt besonders mit einem Westwerk aus der Zeit Karls des Großen, der barocken Klosteranlage sowie der Fürstlichen Bibliothek aus dem 19. Jahrhundert. Nach einer Führung ließ man die Wanderwoche in Schloßcafé gemütlich bei Kaffee und Kuchen ausklingen.
Helga Giesen

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