Die spätere Startzeit für unsere heutige Wanderung hat sich als günstig erwiesen, denn die meisten Regenschauer waren um 11 Uhr schon abgezogen.

Trotzdem wurden die 19 Wanderfreunde zwischen einigen Sonnenstrahlen, die das Herbstlaub leuchten ließen, auch mehrmals gehörig nass, so dass alle froh waren, sich am Ende der knapp 13 km langen Tour zu den heißen Getränken ins Café Moss flüchten zu können.
Hier waren vorher auch schon die Autos abgestellt worden, so dass der Weg zunächst über die Faulenbruchstraße abwärts zur Marienkapelle und von dort zum Stockläger führte. Hier begann der Aufstieg über den Eifelsteig bis Schwerzfeld. Dabei wurden auch die drei Wirtschaftswege „Segeln“ zwischen Mühlen- und Schwerzfelder Straße passiert, die den Roetgenern seit jeher als beliebtes, ortsnahes Gebiet zum Spazierengehen dienen. Während der Bananenpause auf dem obersten Weg informierte Wf. Helga Giesen darüber, dass auf einer Bürgerversammlung zu einem von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Gestaltgutachten auch Befürchtungen über eine mögliche Bebauung dieses Gebiets laut wurden (Auszug aus Berichterstattung in der Presse siehe unten).
Nach einem besonders idyllischen, aber auch matschigen Stück des Eifelsteigs, der ab hier auf belgischen Gebiet verläuft, ging es anschließend ca. 2 km lang entlang der Weserumleitung in Richtung Pilgerborn und von dort weiter über die Pappelallee in Richtung Wollwaschweg und dann ins Cafè.

 

Infos zur Weser und Weserumleitung im deutsch-belgischen Grenzgebiet bei Roetgen
Quelle: Günter Metz: Das Hohe Venn von A – Z (Grenz-EchoVerlag 1995)

Quellgebiet: Am Fuß des Steling, zahlreiche Rinnsale durchfließen das Steinleyvenn und vereinigen sich am Grünheck zur Weser, fließt nach fast 70 km, u. a. über Eupen, Limburg und Verviers, bei Chênée in die Ourthe.

Verlauf im Bereich Roetgen: Am westlichen Ortsrand von Pilgerborn über Charliers Mühle zur Oude Broug, hier Einmündung des Eschbachs. Brücke war Weserübergang im Verlauf des Öslinger Wegs (von Aachen-Köpfchen kommend über Raeren; ab hier drei Varianten in Richtung Reinartzhof), diese zwischen 1100 und 1400 von Pilgern zwischen Aachen und Trier genutzt. Oude Brueg 1383 in Rechnung der Reichsstadt Aachen erwähnt, die dem „Begard“ vom Reinart Geld für die Instandsetzung des Geländers zahlte.

Umleitung: Bau dürfte im Zusammenhang stehen mit dem Deutsch-belgischen Abkommen von 1956, das verschiedene Grenzverläufe zwischen Lichtenbusch und Prüm neu regelte, u. a. im Bereich Fringshaus. Um den Verlauf ausschließlich über Belgien zu führen, entstand von 1960 bis 1962 die Weserableitung (Canal de détournement de Vesdre): 3,5 km langer Betongraben mit 2 m hohen Seitenwänden, leitet Wasser ab Pilgerborn an Roetgen vorbei zum Steinbach und über den Eschbach wieder in die Weser zurück (Oude Brueg).

Talsperre: Gespeist von Weser und Getz sowie über einen Stollen von der Hill. Baubeginn schon vor dem Krieg (1935 – 1942), aber erst in einem 2. Bauabschnitt 1946 – 1949 fertiggestellt, Einweihung 1951

(Auf der letzten Wanderung mit Rolf Berger haben wir in Eupen an der Mündung der Hill in die Weser gestanden und an der Talsperre unsere Mittagsrast gehalten.)

 

Auszug aus Berichterstattung über Bürgerversammlung am 12. Oktober über Vorstellung des Gestaltgutachtens
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Über die Konsequenzen aus dem Gutachten wundere man sich, Naherholungsorte seien darin nicht zu entdecken. Ratschlag: In Neubaugebieten gehe niemand spazieren, wohl aber in den Segeln. Mit diesem Stichwort war man bei einem heißen Eisen angekommen. Auf keinen Fall dürfe in diesem Bereich die Qualität zerstört werden. Viele seien nach Roetgen gezogen, weil es hier schön sei. Man habe aber Bedenken, wie es in einigen Jahren aussehen werde
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Dann sei es nicht mehr das Roetgen von heute. Wachstum dürfe nicht auf Kosten der Natur gehen, auf Kosten der Bürger, die hier wohnen. Im Bereich Segeln, Mühlenstraße, Schwerzfelder Straße sei man begeistert von Wiesen, Feldern und Wäldern. In der Mühlenstraße befinden sich drei leerstehende Häuser. „Diese sollten sie anderweitig nutzen und nicht unberührtes Land zerstören“, hieß es. Nicht auszumalen, wenn dort ein Neubaugebiet entstünde. Heute schon seien die Probleme groß, mit dem Auto von dort auf die Bundesstraße zu gelangen.
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„Die Stimmungslage ist ein schwieriger Weg“, weiß Professor Westerheide [RWTH Aachen] nur allzu gut. Man könne über alles sprechen, wichtig sei am Ende die Frage des „Wie“. Er könne gut verstehen, dass die geplante Erweiterung am Rande die Bürger „auf die Palme bringe“. Man kenne nun alle Ecken und Winkel, werde noch einmal „gut hinschauen“.
Er [Westerheide]bekam zu hören, dass es doch die Gemeinde gewesen sei, die „umstrittene Flächen“ ausgemacht habe. Klar wurde an diesem Abend: Die große Mehrheit hat mit einer Bebauung der Segel „erhebliche Probleme“.
Verwunderung und Aufregung herrschte, weil in Sachen Segeln in Planungen bereits Häuser eingetragen worden seien. Für die Deutsche Glasfaser „ein gefundenes Fressen“, hieß es. Bei diesem Thema geriet der Bürgermeister in Schwierigkeiten. Man habe nur vorgeschlagen, wo eventuell Baugebiete entstehen könnten. Daher sei alles Denkbare genannt worden.

 

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