Am Samstag, den 15.10. trafen sich Kulturwarte und Ortsgruppenvorsitzende im Brauhaus Marienbild in Köln. Aufgrund der Erkältung des Hauptkulturwartes gab es nur wenige offizielle Ausführungen, bevor aus nach dem Essen zur Führung auf den Friedhof Melaten ging. Er ist aus einem Leprosorium, dem größten Siechenhauses für Leprakranke in Deutschland, weit vor den Toren der Stadt und mit umfangreichem, landwirtschaftlich nutzbarem Umland zur Selbstversorgung ausgestattet sowie der Hinrichtungsstätte Rabenstein hervorgegangen.

1810 wurde hier durch französisches Dekret eine nach dem Pariser Friedhof Père Lachaise konzipierte zentrale Begräbnisstätte für die Stadt Köln angelegt, um dem herrschenden Platzmangel in der Altstadt zu begegnen und gleichzeitig die hygienischen Bedingungen zu verbessern. Über 55.000 Grabstätten erinnern an Persönlichkeiten aus Karneval, Politik und/ oder Wirtschaft.       
Zur Erhaltung der vielen mittlerweile denkmalgeschützten Grabdenkmäler
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wird Weiternutzung bestehender Stätten praktiziert – sobald die ursprünglichen Inschriften unleserlich sind, darf sogar eine neue Namenstafel integriert werden - ein Erfolgsmodell made in Köln. Neben meist praktizierter Scheckheft-Pflege wird dabei auch vorhandenes Geschick akzeptiert, wie die Erhaltung der berühmtesten Skulptur durch einen ortsansässigen Steinmetz zeigt:           

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Die Attraktivität von Melaten ist ungebremst - Grabstätten auf der sogenannten Millionen-Allee werden heutzutage vom neuen Geldadel (Immobilienhändler Unger, Parkhausimperium Kalscheuer) schon lange im Voraus erworben.
Diana Hofmann