Durch das Wurmtal

1. Vorwanderung - zwei Wochen vorher: idyllisch verschneite Winterlandschaft, geringe Schneehöhe, leicht verharscht, ideal zum Laufen, nur aufkommender leichter Nebel trübt die Fernsicht.


2. Vorwanderung – einen Tag vorher: der Parkplatz an der Höfener Mühle ist eine dicke, geneigte Eisplatte, auf der kein Halt zu finden ist. Der Zuweg in die Bachtäler ist ebenfalls komplett vereist, nur einige Wurzeln stehen raus. Querfeldein durch das Gelände ist schwierig und gestaltet sich zunehmend schwieriger, da immer näher an den (teilvereisten) Bach heran…


Was nun? Roetgen – hat selber Eis & Schnee…

Alternative? Gleiche Länge, vergleichbarer Schwierigkeitsgrad, möglichst eisfrei, etc.? Aachener Wurmtal?! War ich das letzte Mal vor 10 Jahren… Also die 3. (halbe) Vorwanderung…

Immerhin kamen am Sonntag, den 25.02. trotz Kälte sogar 19 Wanderer aus Nah (Roetgen & Umgebung) und Fern (Eschweiler) zum Treffpunkt am Markt. Der neue Wander-Vorschlag wurde direkt angenommen und die PKW‘s auf dem Wanderparkplatz hinter dem Teuterhof abgestellt (Kaisersruh ist nach jahrzehntelangem Ruinendasein zur Baustelle mutiert und folglich großräumig gesperrt).
Zum Aufwärmen geht es munter durch den Wald, auf der linken Seiter der Wurm haltend, dann eine Brücke überquerend bis zur Alten Mühle. Uraltes Gemäuer (erste urkundliche Erwähnung datiert auf das 9 Jhd.), lange als Eventlokal bekannt, doch leider seit einigen Jahren trotz einzigartiger Lage verwaist.

Dahinter geht ein Fußweg zur Burg Wilhelmstein ab, an einem Unterstellpilz vorbei, immer bergauf entlang einer ausgetrockneten Bachrinne. Oben angekommen erreichen wir nach zweimaligem Linksabbiegen Burg Wilhelmstein. Diese war im 13. Jhd., an der Grenze zum Aachener Reich, wahrscheinlich durch den Grafen Wilhelm IV. erbaut und Sitz eines Jülicher Amtes mit drei Gerichten. Durch Truppen Karl V. im 16. Jhd. zerstört, später nur teilweise wieder aufgebaut (die Amtsmänner hatten schon etwas Besseres gefunden) wurde sie im Laufe der Geschichte weitere Male verwüstet und diente ab dem 18. Jhd. als Steinbruch für die umliegenden Ortschaften (u.a. für die Ställe der Burg Alsdorf). Heute ist die Ruine in Privatbesitz und dient als malerische Kulisse für Musikveranstaltungen.
Das Wetter ist uns wohlgesonnen, bei momentaner Windstille genießen wir hier oben bei wolkenlosem, blauem Himmel & strahlendem Sonnenschein die Aussicht und beschließen, jetzt ist eine gute Gelegenheit für unsere Bananenpause.
Frisch gestärkt biegen wir hinter dem letzten Tor diesmal direkt rechts ab und gelangen auf einem (Höhen)Waldweg wieder zur Mühle, biegen links ab und gehen an schilfgrasbewachsenen Weihern entlang. Hinter einem weiteren Unterstellpilz nehmen wir den zweiten und letzten Anstieg des Tages, bis wir das Ende des Naturschutzgebietes erreichen. Zweimal rechts, dann finden wir uns auf dem (von Einheimischen so bezeichneten) „Eierweg“ wieder - im Rahmen der EuRegionale 2008 künstlerisch gestaltet, um die Haldengegend für „Reiter und Spaziergänger erfahrbarer zu machen“. Wie jedoch 18 überdimensionale Eier aus Granit eine aufgeforstete Halde erfahrbarer machen sollen, bleibt ein (Würselener) Geheimnis. Bekannt ist, dass Stadt (20%) und Land (80%) seinerzeit dafür 95.000 Euro bezahlt haben, was vom Bund der Steuerzahler prompt moniert wurde.
Der Ausblick von der Steinkohlenhalde Gouley (der Bergbau im Aachener Revier geht auf das 12. Jhd. zurück und ist damit deutlich älter als das Ruhr-Revier, endgültig eingestellt 1967) auf die noch dünnen Birken ist interessant. Gleich dahinter finden sich auch die zehn Meter hohen kohlesauren Kalkrückstände einer ehemaligen Sodafabrik, die 1929 ihre Produktion eingestellt hat. Ehemals Umweltverschmutzung, wird das heutige Vorkommen von kalkliebenden Arten als Errungenschaft & Schutzgebiet präsentiert.
Am Teuterhof überqueren wir die Straße und laufen an Wiesen vorbei, immer die mäandrierende Wurm mit ihrem hohen Steilufer im Blick. Mittagspause.
Kurz vor Kaisersruh queren wir die Wurm erneut und laufen jetzt auf dem anderen Ufer bei eisigem Gegenwind zu unseren PKW‘s zurück.
Die gemütliche Einkehr mit dreierlei Torten & Kaffeespezialitäten fand bei Achim & Elke in Konzen statt.

Diana Hofmann

 

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